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Miami Vice

Offizielle deutsche Seite zum Film

Um eine vom Scheitern bedrohte FBI-Aktion zu retten, versuchen die Miami Vice-Detectives Sonny Crockett (Colin Farrell) und Ricardo Tubbs (Jamie Foxx), sich als furchtlose Kuriere beim Drogenbaron Jesús „Der Erzengel“ Montoya (Luis Tosar) einzuschleusen. Allerdings müssen sie zunächst dessen rechte Hand José Yero (John Ortiz) und Montoyas Geliebte Isabella (Gong Li) von ihren Fähigkeiten überzeugen. Nachdem ein erster Transport per Flugzeug und mit Powerbooten erfolgreich abgewickelt werden konnte, hoffen die Cops mit der nächsten Ladung an die Großempfänger in Miami heranzukommen. Doch Yero misstraut den beiden Amerikanern. Besonders, da ihm die Affäre zwischen Crockett und Isabella nicht entgangen ist. Diese Nähe zur Frau des „Erzengels“ führt auch zwischen Sonny und Ricardo zu gewissen Spannungen. Denn Gefühle können bei Undercover-Einsätzen zu tödlichen Fehlern führen. Gerade als die Grenzen zu verschwimmen drohen, kommt der Auftrag für den alles entscheidenden Deal ...

Sergej sagt:

"Ein guter Film. Gleichwohl muss gewarnt werden: Wer einen spannenden Undercoverdrogenbullenfilm erwartet, wird schwer enttäuscht sein, dafür verläuft der Plot zu sehr auf den blank gewienerten Schienen dieses Subgenres. Auch die Fans der alten Serie werden werden wenig Freude an diesem Film haben. Der Lifstyle-Faktor an sich ist noch da, aber von der Leichtigkeit der Pastellsakkos und des scheinbar ewwigen Sommers ist man meilenweit entfernt. Denn dieser Film ist dunkel. Und dass ein Großteil des Nachts spielt, ist kein Zufall, sondern nur folgerichtig. Wer jetzt noch hofft, dass wenigstens die Charaktere interessant und vielschichtig dargestellt werden, läuft ebenfalls Gefahr, enttäuscht zu werden. Denn der zentrale Charakter des Films ist keine Person, sondern eine Parallelwelt - analog zur allgegenwärtigen Dunkelheit mit ihrem künstlichen Licht eine Schattenwelt. Eine hermetische Welt mit ihrer eigenen Sprache (ich würde sehr empfehlen, den Film im Original zu sehen - man versteht zwar zum Teil nichts, aber der deutsche Trailer mit seinen jämmerlich abgeschmackt daher kommenden Sprüchen hat mich doch sehr erschreckt) und ihren eigenen Ritualen, in der alle Beteiligten gleichermaßen gefangen sind (allein Tubbs Freundin scheint ein Indiz für die Existenz und die Möglichkeit eines anderen Lebens). Und der Verdacht drängt sich auf, dass es sich um ein Zerrbild unser immer radikaler werdenden kapitalistischen Realität handelt. Gerade an der Sprache wird das deutlich. So wird hier ein Drogenkartell als ""vertikal integriert"" beschrieben, sprich: von Anpflanzung bis zum Vertrieb alles in einer Hand. Alles ist Geschäft. Generell wird auch nur vom ""Produkt"" gesprochen, das Wort ""Drogen"" wird so gut wie nie in den Mund genommen. Crockett und Tubbs müssen sich als Dienstleister beweisen, und der Erstkontakt mit einem Kartellschergen der mittleren Ebene erinnert stark an ein Stressinterview bei einem Berwerbungstermin. Der Wettbewerb ist hart, und nicht umsonst sagt der Kopf des Kartells einmal so schön ""I don't buy services. I buy results."" Diese Form der Managementpoesie erinnert nicht von ungefähr an die Sprüche eines Gordon Gekko in ""Wall Street"" (ein Film, der übrigens derselben Zeit entstammt wie die Originalserie Miami Vice). Dass der von Luis Tosar verkörperte Drogenboss mit dem schönen Namen ""Arcángel de Jesús Montoya"" die eindringlichste Figur in diesem Kosmos ist, erscheint da nur schlüssig, dem minimalen Minenspiel Tosars und seinem ebenso bescheidenen Szenenanteil zum Trotz. Auf ihn trifft genau das zu, was einmal jemand über Bogart sagte: Dieser Mann muss keine Waffe halten, um gefährlich zu wirken. Er scheint derjenige zu sein, für den diese Welt erst erschaffen wurde - wenn er nicht gar zu denen gehört, die sie erschaffen und geformt haben.
Alle anderen Akteure liefern saubere, solide Arbeit ab, ebenso Regisseur Michael Mann. Der wie schon in ""Collateral"" auch hier die Action auf ein Minimum reduziert. Die allerdings wirkt so intensiv, dass der Zuschauer beim ersten Schuß tatsächlich geschockt ist (namentlich aufgrund des Sounddesigns, das kurzzeitig an Spielbergs ""Saving Private Ryan"" denken lässt). Die wesentlichste ästhetische Prägung erfährt dieser Film wie sein Vorgänger durch die Intensität des Lichts, namentlich des ""natürlichen"" Kunstlichts und dessen allgegenwärtiger Reflektionen. Bereits bei ""Collateral"" war diese Besessenheit Manns zu beobachten, hier erweitert er dieses Spektrum noch um erstaunliche, perfekt choreographierte Luftaufnahmen. Selten ist ein Flugzeug im Kino durch solch imposante Wolkenberge gekurvt, und auch hier ist das Licht stets pefekt. Man fragt sich fasst, ob Mann seine Location Scouts wochenlang durch die Lüfte gejagt hat, um diese Bilder zu finden. Zusammen mit seinem Kameramann Dion Beebe schafft Mann so vielschichtig leuchtende Bilder von nachhaltig beeindruckender Schönheit. Der Film ist schlicht ein Augenschmaus. Und das passt bestens zu diesem Porträt einer hochgradig oberflächlichen Parallelwelt - in der im übrigen nach wie vor alle motorisierten Gefährte überdimensioniert sind, was uns denn auch die einzige Szene beschert, die für einen Moment vage an die alte Serie denken lässt. Ich sage nur Powerboat & Mojitos.

Was bleibt? Erneut steigt Michael Mann hinab ins Dunkel des Verbrechens, aber dieses Mal bleibt es der Blick eines Außenstehenden, die Welt bleibt hermetisch und ihre Insassen - auch wenn sie darauf hinarbeiten, diese Welt eines Tages wieder verlassen zu können - wirken nicht so, als glaubten sie wirklich daran, dass es noch eine Welt jenseits gibt. Dass den schönen Bildern und dem sie stark unterstützenden Score etwas zutiefst Elegisches eigen ist, passt nur allzu gut dazu. Aus dem Yuppietraum von einst ist ein düsterer Alptraum geworden. Gute Nacht, Kinder."

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